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Titre de l’article Chancen der "Bayesian brain"-Theorie des Autismus für die klinische Praxis
Code d’article P18
Auteurs
  1. Maya Schneebeli KJPP, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, Universität Zürich Conférencier
  2. Helene Haker Translational Neuromodeling Unit (UZH und ETH Zürich)
  3. Klaas Enno Stephan Translational Neuromodeling Unit (UZH und ETH Zürich)
Forme de présentation Poster
Domaines thématiques
  • T03 - ASD
Résumé (Abstract) Autismus-Spektrum-Störungen zeichnen sich aus durch eine scheinbar heterogene Ansammlung von Symptomen, die gehäuft zusammen auftritt. Diese Symptome sind auf der Ebene der Sensorik, der kognitiven Verarbeitung, der individuellen Verhaltensebene und in sozialen Interaktionen beobachtbar. Während die sozialen Defizite am relevantesten sind für eine Diagnosestellung, können diese durch gelernte Anpassungsstrategien und einen hohen Aufwand kompensiert und verdeckt werden. Das erschwert nicht nur die Diagnosestellung, sondern auch das Verständnis für hochfunktionale Jugendliche und Erwachsene mit einer Autismus-Spektrum-Störung im Umfeld. Die Theorie des "Bayesian brain" (Knill & Pouget, 2004) beschreibt, wie unser Gehirn Informationen aufnimmt und verarbeitet, und liefert ein Erklärungsmodell für Autismus (Pellicano & Burr, 2012) und andere psychische Störungen auf der Ebene der Wahrnehmung und des Lernens (e.g. Fletcher & Frith, 2009). In unserem Review zeigen wir, wie daraus autistische Verhaltensweisen abgeleitet und in neuem Licht verstanden werden können (Haker, Schneebeli & Stephan, 2016). Die Theorie wird von verschiedenen experimentellen Studien unterstützt (e.g. Schneebeli, Haker, Rüesch, Zahnd, Marino, Paolini, Iglesias, Petzschner, & Stephan, submitted), und schlägt eine Brücke von neurophysiologischen Prozessen hin zu klinisch beobachtbaren Verhaltensweisen. Das bietet nicht nur eine Chance für die Entwicklung diagnostischer Tools, sondern auch neue Möglichkeiten, wie durch gezielte Psychoedukation das Verständnis für Autismus gestärkt werden kann. Bei dem Vortrag wird das Modell vorgestellt, Ergebnisse der eigenen Untersuchung kurz zusammengefasst und ein Ausblick auf die klinische Relevanz des Modells gegeben.